Cancer Unites – Krebs verbindet — Diagnose Leben

Weil ich weiß, dass der Krebs, die Krebserfahrung und das Leben mit der Erkrankung leichter wird, wenn man es teilt.

Weil es nie genug solcher wunderbaren Projekte geben kann.

Weil es nie genug solcher wunderbaren Menschen geben kann, die anderen Mut machen und Unterstützung leisten möchten.

Genau aus diesen Gründen teile ich von Herzen gerne diesen Beitrag der lieben Bloggerin von „Diagnose Leben“.

Weil Krebs verbinden und nicht trennen soll…

Die neue Informationsplattform von Patienten für Patienten In der letzten Zeit hatte ich kaum Zeit für meinen eigenen Blog. Und hier ist meine Entschuldigung dafür. Als Zusammenschluss aus zwölf Krebsbloggern haben wir gemeinsam das Netzwerk „Cancer Unites“ gegründet. Als starkes und erfahrenes Krebsteam stehen wir für den Zweck der Krebsaufklärung ein. Unser Ziel ist es, die erste Anlaufstelle […]

über Cancer Unites – Krebs verbindet — Diagnose Leben

Stille Nacht

Es ist wieder soweit. Das Jahr neigt sich zum Ende und nun ist sie endlich da: die Heilige Nacht! Mein Sohn freut sich schon seit einem gefühlten Jahr auf diesen Abend. Was für ein Glück, sie wieder hautnah erleben zu dürfen – diese kindliche Freude. Diese Vorfreude auf den funkelnden Tannenbaum. Den unerschütterlichen Glauben an den Weihnachtsmann, der dieses Jahr bei 8 Grad Außentemperatur und Regen seine Geschenke wohl auf Rädern anstatt auf Kufen bringen wird. Was für ein Zauber, der in dieser Nacht liegt, wenn man es geschafft hat, den alljährlichen Geschenke- und Weihnachtsfeierstress hinter sich zu lassen und zu den Glücklichen gehört, die an diesem Tag nicht mehr bis 15 Uhr im Kaufhaus oder Supermarkt arbeiten müssen.

Als ich darüber nachgedacht habe, was ich euch, meinen lieben Leser wünsche, ist mir eigentlich nur eins eingefallen. Ich wünsche euch und uns allen, an diesem besonderen Abend, eine wunderbare STILLE NACHT. Weiterlesen

Ein Baum für die Gesundheit

Eigentlich habe ich es nie so geplant, aber ich habe es mir zur guten Gewohnheit gemacht, meinen Tag der Krebsdiagnose jedes Jahr mit einem kleinen Ritual, einer kleinen Geste zu feiern. Nicht, weil der Brustkrebs so ein wunderbares Ereignis in meinem Leben war, sondern weil ich es seit meinem Tag X geschafft habe, zu überleben. Oder besser gesagt – WIEDER ZU LEBEN!

Während viele meiner Freundinnen in diesem Jahr bei ihren „40 aber fabelhaft“-Geburtstagspartys eine Krise nach der nächsten schieben, mache ich an diesem meinem Diagnose-Tag im November Luftsprünge, weil ich es wieder ein Jahr voller Gesundheit geschafft habe.

Gestatten: mein Name ist Susanne und ich bin 8 Jahre alt!

Weiterlesen

Im Leben keine Zeit

„Wieviel Zeit bleibt mir wohl noch, um meine Lebensträume zu verwirklichen?“

Ich sitze in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit, als mir dieser Gedanke kommt. Morgens um sieben Uhr dreißig. Es ist ein Gedanke, den ich schon lange kenne. Ein alter Kumpel, der vor fast acht Jahren in mein Leben getreten ist. In einer Zeit, als mein Leben mir grausam endlich erschien. In einer Zeit, in der Chemotherapien, geschminkte Augenbrauen, Tumorklassifikationen und genetische Beratungen meinen Alltag beherrschten.

Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken in dieser Zeit. In einer Zeit, in der ich die Möglichkeit kaum laut aussprechen konnte, dass mein Leben vielleicht dramatisch kürzer ausfallen würde, als ich mir das je vorgestellt hatte.  Und es mag vielleicht klingen, wie in einem kitschigen Hollywood-Film: aber auch ich habe mir meine Liste gemacht. Eine Liste mit all den Dingen, die ich noch tun und erleben wollte; mit all den Orten, die ich noch bereisen wollte, bevor ich mich von dieser Welt verabschiede.

Beeile dich damit, denn wer weiß, wie viel Zeit dir dafür noch bleibt?, dachte ich mir damals.

Acht Jahre sind eine lange Zeit. Länger als du damals zu hoffen gewagt hast!, geht es mir heute durch den Kopf. Weiterlesen

Vom Beruf zur Berufung

Ein Jahr lang war ich nun zu Hause. Ohne Job. War raus aus dem Beruf. Weil ich es wollte. Weil ich es brauchte. Habe mich um Haus, Kind und Hof gekümmert; und um den Umzug unseres Familienlebens von der Schweiz nach Deutschland, was wahnsinnig viel Bürokratie, Zeit und Nerven in Anspruch genommen hat. Ich hatte es mir so ausgesucht. Hatte sie selbst gewählt, diese berufliche Auszeit. Hatte sie wählen können, weil die Möglichkeit da war. Finanziell und organisatorisch. Was für ein Luxus!

Ich habe sie genossen – diese Zeit der freieren Zeiteinteilung. Weil ich mir seit meiner Krebserkrankung eigentlich nie richtig Zeit genommen habe, um einmal inne zu halten. Nach zehn Monaten Therapie ging es gleich weiter als PR-Beraterin. Kur oder Reha? Im Schweizer Gesundheitssystem nicht angezeigt. Die Überforderung kam nach wenigen Monaten. So weiter machen, wie vor der Krankheit konnte ich nicht mehr. Weiterlesen

Mach es wie die Sonnenblume

Sunflower

„Ich kenne auf unserer Erde nichts, das mächtiger ausposaunt, wie prall doch das Leben ist, als eine Sonnenblume. Ich nehme an, der Grund dafür liegt in ihrem Namen. Den hat sie nicht bekommen, weil sie wie die Sonne aussieht, sondern vielmehr weil sie sich der Sonne zuwendet. Sie folgt während des Tages, ganz stetig, dem Lauf der Sonne, die am Himmel über sie hinweg zieht. Wie eine Satellitenschüssel für Sonnenschein. Wenn irgendwo Licht ist, und wenn auch schwaches: diese Blumen finden es. Und das ist schlichtweg bewundernswert.

Es ist eine Lehre fürs Leben.“

 

(aus Calendar Girls, mit Helen Mirren)

Eine gute Zeit!

Es ist wieder so eine Zeit, in der es sehr still geworden ist auf meinem Blog. Eine Zeit, in der ich manchmal verzweifelt nach Themen suche, über die ich an dieser Stelle schreiben kann. Vielleicht liegt es daran, dass ich eigentlich immer nur zu Themen schreiben, die mit meiner Erkrankung zu tun haben. Und diese werden glücklicherweise von Jahr zu Jahr immer weniger.

Auch das gehört zum Alltag eines Breast-Cancer-Survivor. Dass die Tage nach dem Krebs eben auch wieder zum normalen Alltag werden. Dass das Leben wieder bunt wird und die Farben der Krebserkrankung nach und nach verblassen. Es ist ein gutes Leben, das sich nach all den Irrungen und Wirrungen momentan seine Bahnen durch meinen neuen Job und ein aufregendes Familienleben schlängelt. Auch darüber möchte ich an dieser Stelle einmal schreiben. Auch das muss einmal gesagt werden. Es ist eine gute Zeit! Weiterlesen

MutterTage

Dieses Jahr konnte ich bereits meinen dritten Muttertag feiern. Kinder, wie die Zeit vergeht. Mein Sohn war an diesem Tag mal wieder um viertel nach sechs wach geworden und war voller Tatendrang , seine Holzeisenbahn mit uns aufzubauen. Mein Mann hatte sich erweichen lassen. Hatte unsere Schlafzimmertür geschlossen und mir noch einige Minuten Schlaf geschenkt. Es war ja schließlich Muttertag. Knapp zwei Stunden später wurde ich von beiden Männern geweckt. Mit einem selbst geschriebenen und auswendig gelernten Gedicht. Mein Sohn war stolz wie Bolle, als er mit voller Inbrunst „Mama ist für uns die Allerbeste“ herausposaunte.

Zwei Tage später konnte er das Gedicht immer noch auswendig :-)

Es sind diese Tage, an denen mein Herz überquillt vor Freude und Dankbarkeit für meine wohl wichtigste Rolle im Leben. Es sind Tage wie diese, an denen ich kaum glauben kann, wieviel Glück ich seit meiner Brustkrebs-Diagnose hatte. Es sind diese Tage, an denen mir immer wieder der Moment bewusst wird, als mein Verstand eine Familienplanung für mich abgehakt hatte. Es sind diese Gefühle, die mich sprachlos machen und mir wieder erlauben, an Wunder im Leben zu glauben.

Einige Tage zuvor hingegen hatten unsere kleine Familie eine ganz andere Diskussion am Frühstückstisch. Weiterlesen

Abgestempelt

„Also, ich glaube, den Brustkrebs können Sie nun ruhig zu den Akten legen“, sagte mir mein Onkologe vor ein paar Monaten bei meiner letzten Kontrolle in der Schweiz.

„Nach mehr als 5 Jahren krebsfrei sind die Mammografien für Sie ja wieder Vorsorgeuntersuchungen und keine Nachkontrollen mehr“, sagte der neue Radiologe, als ich vor einigen Wochen bei meiner ersten Brustuntersuchung in Deutschland antrat.

Da bewege ich mich nun. Mehr als sieben Jahre nach meiner Brustkrebs-Diagnose.  Hoffnung, Mut, Selbstsicherheit machen sich in mir breit, dass er Brustkrebs wirklich da bleibt, wo er hingehört: in meine Vergangenheit.

Und so habe ich es gewagt. Habe es gewagt, einen Antrag bei einer privaten Krankenkasse zu stellen für eine Zusatzversicherung Klinik Spezial. Nicht, weil ich davon ausgehe, bald wieder in einer Klinik zu landen, sondern weil ich denke, dass auch ich eine Wahl haben sollte, wie ich mich im Krankenhaus behandeln lassen möchte.

Doch ich wurde abgelehnt. Einmal Krebs – zwar seit sieben Jahren gesund – trotzdem immer Krebspatientin! ABGESTEMPFELT! Meine Vergangenheit bleibt meine Gegenwart. Und das macht mich richtig wütend! Weiterlesen

Oh Tannenbaum

„Wann habt ihr das erste Mal euren eigenen Tannenbaum gehabt?“, hatte mich meine Mutter gefragt, als ich heute mit meinem Sohn Kugeln und Sterne an die Nordmanntanne hängte.

„Als ich krank geworden bin“, hatte ich geantwortet.

Meine Krebsdiagnose traf mich damals im November. Die erste Chemotherapie folgte am Nikolaustag. In der Nacht von Heiligen Abend auf den erste Weihnachtstag begannen meine Haare auszufallen. Am zweiten Feiertag beschloss ich, sie abzurasieren. Manch einer mag nun denken, dass mein Krebs-Timing nicht schlimmer hätte sein können, doch es ist genau dieses Weihnachtsfest vor sieben Jahre, das ich als das friedlichste in meinem bisherigen Leben in Erinnerung habe. Weiterlesen

Diagnose Day

Fast hätte ich ihn nicht bemerkt. Meinen Tag der Brustkrebs-Diagnose. So alltäglich ist mein Alltag wieder geworden. Erst als ich meinen Sohn vor seine Grössenmesslatte stellte und neben den „Laufenden Meter“ das heutige Datum schrieb, fiel es mir auf. Ein bisschen Trauer, dass ich ihn nicht früher wahrgenommen hatte. Ein bisschen sehr viel mehr Freude darüber, dass ich bereits zum 7. Mal meinen persönlichen zweiten Geburtstag feiern kann.

Und ich habe ihn zelebriert. Im Stillen. Für mich. Die Freude über die Umarmungen von meinem Sohn war heute noch grösser. Die Zufriedenheit in mir… unbeschreiblich. Die Dankbarkeit für mein Leben… kaum in Worte zu fassen. Und so habe ich doch noch angestossen. Mit meinem Mann, der trotz 1’000 km räumlicher Distanz und Wein per Videotelefonie so tief in meinem Herzen ist. Mit meiner Mutter, die auf einmal in der Wohnung unter mir wieder ganz nah in meinem Alltag ist. Und mit mir selbst. Im Inneren. In Dankbarkeit darüber, dass der Schmerz, die Hilflosigkeit und die Ohnmacht dieses Tages nur noch Mahnmal und Erinnerungen sind.

Ich geniesse den Wein und leere das Glas, denn heute ist ein guter Tag. Einfach, weil ich leben darf. Santé!

Gemeinsam… etwas weniger einsam

Es ist ein Gefühl, das wahrscheinlich jeder Mann und jede Frau kennt, die den Krebs überlebt haben: das Gefühl von Einsamkeit. Ein Gefühl, das entsteht, wenn die lieben Menschen im eigenen Umfeld einfach weitermachen mit dem „normalen“ Leben. Weil sie es können. Weil der Krebs nicht ihr Leben bedroht hat, sondern nur das eigene.

Die Erkenntnis, dass der Brustkrebs mich ein Stück weit von meinen engsten Vertrauten getrennt hatte, kam eigentlich erst, als die aktive Erkrankung, die Therapien und Arzttermine vorbei waren. Als meine Gedanken begannen, um Leben und Tod zu kreisen, hatte ich das Gefühl, dass alle die „Gesunden“ um mich herum einfach nicht mehr mitreden konnten. Vielleicht war aber auch ich diejenige, die es ihnen nicht mehr zugestehen wollte. Zu gross war die Wut und die Trauer darüber, dass der Krebs einen grossen Scherbenhaufen aus meinem Leben gemacht und alles infrage gestellt hatte.

Doch ich hatte auch sehr grosses Glück in dieser Zeit, denn ich habe sie gefunden: meine Vertrauten im Geiste, meine Ladies, die das gleiche Schicksal hinter sich hatten und mir das Gefühl gaben, dass ich mit ihnen gemeinsam etwas weniger einsam mit meinem Brustkrebs-Schicksal war. Weiterlesen

Eine haarige Angelegenheit

„Was mache ich nun mit meiner Perücke? Wegschmeissen, oder mit nach Deutschland nehmen?“

„Wegschmeissen! Was willst du denn noch damit?“, schoss es mir ziemlich direkt von meiner lieben M. bei unserem letzten Treffen entgegen. „Der Krebs ist doch Geschichte. Du brauchst sie nicht mehr. Also weg damit.“

„Also, ich habe sie für den nächsten Fasching meiner Kinder aufgehoben“, entgegnete meine andere Freundin K.

„Puh, das ist eine schwierige Frage. Ich wüsste nicht, wie ich mich entscheiden würde“, hatten meine Arbeitskolleginnen entgegnet.

Und nun stehe ich hier im Keller vor den Umzugskartons und versuche, sie herauszufiltern: die Dinge und Habseligkeiten, die wir denken im Leben noch brauchen zu müssen. Die Perücke – ordentlich verpackt in ihrer Pappschachtel – in der linken Hand; die Bürste und das dazugehörige Spezialshampoo in der Rechten… Weiterlesen