Happy Fourty

Eine 4 vor der 0 sollte es sein. Das war das erklärte Ziel. Damals vor neun Jahren. In diesem kurzen Moment der Panik, in dem mir klar wurde, dass ich nicht mit Anfang 30 an Brustkrebs sterben möchte. 40 – das wäre schon etwas anderes. Aber nicht mit 30! Nicht mit 30! Und so war das Ziel klar, auch wenn der Weg dahin ins Ungewisse führte…

Nun ist sie da: die 40 und ich glaube, dass ich es kaum jemandem begreiflich machen kann, wie groß meine … ja, was ist es denn: Freude, Erleichterung, Dankbarkeit… ist. Darüber, dass ich die turbulenten 30er hinter mir gelassen habe. Darüber, dass der Sieg in diesem unerklärten Krieg meiner ist. Darüber, dass ich nicht die Tage zähle, die mir noch bleiben, sondern die feiere, die ich schon erreicht habe und die noch kommen werden. Jeden Tag wieder aufs Neue. Weiterlesen

Ein guter Zweck

1. Mai!  Feiertagsstimmung! Keine Pläne in Corona-Zeiten. Zeit! Viel Zeit! Zeit, die irendwie vergeht. Mit essen, rumhängen, unterhalten, Kind bei Laune halten und couchsurfen. Und dabei bin ich auf den Song „Stronger than before“ gestoßen, den ich hier teilen möchte. Weil die Einnahmen aus Download und Stream zugunsten von DKMS Life gehen und so von Krebs betroffenen Menschen zugute kommen. Das ist ein guter Zweck, wie ich finde. In diesem Sinne – einen schönen Feiertag!

Auf ein Wort…

…mit meinem 100-jährigen Ich:

„Guten Morgen, 100-jähriges Ich. Wie schön, dich hier zu sehen.“

„Guten Morgen!“

„Ich kann es kaum glauben! Werde ich wirklich so alt?“

„Wie du siehst… Zumindest in deinen Gedanken. Das ist doch schon einmal ein guter Anfang, würde ich sagen.“

„Da hast du wohl Recht. Die Kraft der Gedanken ist nicht zu unterschätzen…“

„Denkst du denn, dass du einmal 100 Jahre alt wirst? Oder besser gefragt: möchtest du das überhaupt?“

„Hmmm, eine gute Frage. Irgendwie weiß ich das nicht so genau. Ja und nein!“ Weiterlesen

Frühjahrsputz

Corona – und auf einmal ist alles anders! Bis vor einer Woche habe ich noch jede freie Minute für die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie gelernt. Sie hätte am vergangen Mittwoch stattfinden sollen. 600 Prüflinge aus ganz Niedersachsen in einem Vorlesungssaal der Uni Lüneburg. Fünf Tage vorher war klar – die Prüfung wird abgesagt. Die nächste Chance: Oktober 2020! Den Weg dieser Ausbildung hatte ich eingeschlagen, um ein Angebot für Menschen mit einer Krebserfahrung anzubieten, das auch die Schreibtherapie umfasst. Weil ich aus meiner eigenen langjährigen Erfahrung als (Krebs)Bloggerin weiß, wie heilsam das Schreiben sein kann… :-)

An diesen Weg hat Corona nun erst einmal ein Stop-Schild aufgestellt und zwingt mich, einen Moment an der durchgezogenen Linie anzuhalten, um mich links und rechts wieder einmal zu orientieren, wer oder was da des Weges kommt. Und was da auf einmal frei wird, ist viel Zeit daheim. ZEIT! Das Kostbarste, was wir besitzen. Zeit, die ich nun selbst voller Freude nutze, um diesen Blog, der mir so am Herzen liegt, einem Frühjahrsputz zu unterziehen. Weiterlesen

Cancer Unites – Krebs verbindet — Diagnose Leben

Weil ich weiß, dass der Krebs, die Krebserfahrung und das Leben mit der Erkrankung leichter wird, wenn man es teilt.

Weil es nie genug solcher wunderbaren Projekte geben kann.

Weil es nie genug solcher wunderbaren Menschen geben kann, die anderen Mut machen und Unterstützung leisten möchten.

Genau aus diesen Gründen teile ich von Herzen gerne diesen Beitrag der lieben Bloggerin von „Diagnose Leben“.

Weil Krebs verbinden und nicht trennen soll…

Die neue Informationsplattform von Patienten für Patienten In der letzten Zeit hatte ich kaum Zeit für meinen eigenen Blog. Und hier ist meine Entschuldigung dafür. Als Zusammenschluss aus zwölf Krebsbloggern haben wir gemeinsam das Netzwerk „Cancer Unites“ gegründet. Als starkes und erfahrenes Krebsteam stehen wir für den Zweck der Krebsaufklärung ein. Unser Ziel ist es, die erste Anlaufstelle […]

über Cancer Unites – Krebs verbindet — Diagnose Leben

Stille Nacht

Es ist wieder soweit. Das Jahr neigt sich zum Ende und nun ist sie endlich da: die Heilige Nacht! Mein Sohn freut sich schon seit einem gefühlten Jahr auf diesen Abend. Was für ein Glück, sie wieder hautnah erleben zu dürfen – diese kindliche Freude. Diese Vorfreude auf den funkelnden Tannenbaum. Den unerschütterlichen Glauben an den Weihnachtsmann, der dieses Jahr bei 8 Grad Außentemperatur und Regen seine Geschenke wohl auf Rädern anstatt auf Kufen bringen wird. Was für ein Zauber, der in dieser Nacht liegt, wenn man es geschafft hat, den alljährlichen Geschenke- und Weihnachtsfeierstress hinter sich zu lassen und zu den Glücklichen gehört, die an diesem Tag nicht mehr bis 15 Uhr im Kaufhaus oder Supermarkt arbeiten müssen.

Als ich darüber nachgedacht habe, was ich euch, meinen lieben Leser wünsche, ist mir eigentlich nur eins eingefallen. Ich wünsche euch und uns allen, an diesem besonderen Abend, eine wunderbare STILLE NACHT. Weiterlesen

Ein Baum für die Gesundheit

Eigentlich habe ich es nie so geplant, aber ich habe es mir zur guten Gewohnheit gemacht, meinen Tag der Krebsdiagnose jedes Jahr mit einem kleinen Ritual, einer kleinen Geste zu feiern. Nicht, weil der Brustkrebs so ein wunderbares Ereignis in meinem Leben war, sondern weil ich es seit meinem Tag X geschafft habe, zu überleben. Oder besser gesagt – WIEDER ZU LEBEN!

Während viele meiner Freundinnen in diesem Jahr bei ihren „40 aber fabelhaft“-Geburtstagspartys eine Krise nach der nächsten schieben, mache ich an diesem meinem Diagnose-Tag im November Luftsprünge, weil ich es wieder ein Jahr voller Gesundheit geschafft habe.

Gestatten: mein Name ist Susanne und ich bin 8 Jahre alt!

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Im Leben keine Zeit

„Wieviel Zeit bleibt mir wohl noch, um meine Lebensträume zu verwirklichen?“

Ich sitze in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit, als mir dieser Gedanke kommt. Morgens um sieben Uhr dreißig. Es ist ein Gedanke, den ich schon lange kenne. Ein alter Kumpel, der vor fast acht Jahren in mein Leben getreten ist. In einer Zeit, als mein Leben mir grausam endlich erschien. In einer Zeit, in der Chemotherapien, geschminkte Augenbrauen, Tumorklassifikationen und genetische Beratungen meinen Alltag beherrschten.

Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken in dieser Zeit. In einer Zeit, in der ich die Möglichkeit kaum laut aussprechen konnte, dass mein Leben vielleicht dramatisch kürzer ausfallen würde, als ich mir das je vorgestellt hatte.  Und es mag vielleicht klingen, wie in einem kitschigen Hollywood-Film: aber auch ich habe mir meine Liste gemacht. Eine Liste mit all den Dingen, die ich noch tun und erleben wollte; mit all den Orten, die ich noch bereisen wollte, bevor ich mich von dieser Welt verabschiede.

Beeile dich damit, denn wer weiß, wie viel Zeit dir dafür noch bleibt?, dachte ich mir damals.

Acht Jahre sind eine lange Zeit. Länger als du damals zu hoffen gewagt hast!, geht es mir heute durch den Kopf. Weiterlesen

Vom Beruf zur Berufung

Ein Jahr lang war ich nun zu Hause. Ohne Job. War raus aus dem Beruf. Weil ich es wollte. Weil ich es brauchte. Habe mich um Haus, Kind und Hof gekümmert; und um den Umzug unseres Familienlebens von der Schweiz nach Deutschland, was wahnsinnig viel Bürokratie, Zeit und Nerven in Anspruch genommen hat. Ich hatte es mir so ausgesucht. Hatte sie selbst gewählt, diese berufliche Auszeit. Hatte sie wählen können, weil die Möglichkeit da war. Finanziell und organisatorisch. Was für ein Luxus!

Ich habe sie genossen – diese Zeit der freieren Zeiteinteilung. Weil ich mir seit meiner Krebserkrankung eigentlich nie richtig Zeit genommen habe, um einmal inne zu halten. Nach zehn Monaten Therapie ging es gleich weiter als PR-Beraterin. Kur oder Reha? Im Schweizer Gesundheitssystem nicht angezeigt. Die Überforderung kam nach wenigen Monaten. So weiter machen, wie vor der Krankheit konnte ich nicht mehr. Weiterlesen

Mach es wie die Sonnenblume

Sunflower

„Ich kenne auf unserer Erde nichts, das mächtiger ausposaunt, wie prall doch das Leben ist, als eine Sonnenblume. Ich nehme an, der Grund dafür liegt in ihrem Namen. Den hat sie nicht bekommen, weil sie wie die Sonne aussieht, sondern vielmehr weil sie sich der Sonne zuwendet. Sie folgt während des Tages, ganz stetig, dem Lauf der Sonne, die am Himmel über sie hinweg zieht. Wie eine Satellitenschüssel für Sonnenschein. Wenn irgendwo Licht ist, und wenn auch schwaches: diese Blumen finden es. Und das ist schlichtweg bewundernswert.

Es ist eine Lehre fürs Leben.“

 

(aus Calendar Girls, mit Helen Mirren)

Eine gute Zeit!

Es ist wieder so eine Zeit, in der es sehr still geworden ist auf meinem Blog. Eine Zeit, in der ich manchmal verzweifelt nach Themen suche, über die ich an dieser Stelle schreiben kann. Vielleicht liegt es daran, dass ich eigentlich immer nur zu Themen schreiben, die mit meiner Erkrankung zu tun haben. Und diese werden glücklicherweise von Jahr zu Jahr immer weniger.

Auch das gehört zum Alltag eines Breast-Cancer-Survivor. Dass die Tage nach dem Krebs eben auch wieder zum normalen Alltag werden. Dass das Leben wieder bunt wird und die Farben der Krebserkrankung nach und nach verblassen. Es ist ein gutes Leben, das sich nach all den Irrungen und Wirrungen momentan seine Bahnen durch meinen neuen Job und ein aufregendes Familienleben schlängelt. Auch darüber möchte ich an dieser Stelle einmal schreiben. Auch das muss einmal gesagt werden. Es ist eine gute Zeit! Weiterlesen

MutterTage

Dieses Jahr konnte ich bereits meinen dritten Muttertag feiern. Kinder, wie die Zeit vergeht. Mein Sohn war an diesem Tag mal wieder um viertel nach sechs wach geworden und war voller Tatendrang , seine Holzeisenbahn mit uns aufzubauen. Mein Mann hatte sich erweichen lassen. Hatte unsere Schlafzimmertür geschlossen und mir noch einige Minuten Schlaf geschenkt. Es war ja schließlich Muttertag. Knapp zwei Stunden später wurde ich von beiden Männern geweckt. Mit einem selbst geschriebenen und auswendig gelernten Gedicht. Mein Sohn war stolz wie Bolle, als er mit voller Inbrunst „Mama ist für uns die Allerbeste“ herausposaunte.

Zwei Tage später konnte er das Gedicht immer noch auswendig :-)

Es sind diese Tage, an denen mein Herz überquillt vor Freude und Dankbarkeit für meine wohl wichtigste Rolle im Leben. Es sind Tage wie diese, an denen ich kaum glauben kann, wieviel Glück ich seit meiner Brustkrebs-Diagnose hatte. Es sind diese Tage, an denen mir immer wieder der Moment bewusst wird, als mein Verstand eine Familienplanung für mich abgehakt hatte. Es sind diese Gefühle, die mich sprachlos machen und mir wieder erlauben, an Wunder im Leben zu glauben.

Einige Tage zuvor hingegen hatten unsere kleine Familie eine ganz andere Diskussion am Frühstückstisch. Weiterlesen

Abgestempelt

„Also, ich glaube, den Brustkrebs können Sie nun ruhig zu den Akten legen“, sagte mir mein Onkologe vor ein paar Monaten bei meiner letzten Kontrolle in der Schweiz.

„Nach mehr als 5 Jahren krebsfrei sind die Mammografien für Sie ja wieder Vorsorgeuntersuchungen und keine Nachkontrollen mehr“, sagte der neue Radiologe, als ich vor einigen Wochen bei meiner ersten Brustuntersuchung in Deutschland antrat.

Da bewege ich mich nun. Mehr als sieben Jahre nach meiner Brustkrebs-Diagnose.  Hoffnung, Mut, Selbstsicherheit machen sich in mir breit, dass er Brustkrebs wirklich da bleibt, wo er hingehört: in meine Vergangenheit.

Und so habe ich es gewagt. Habe es gewagt, einen Antrag bei einer privaten Krankenkasse zu stellen für eine Zusatzversicherung Klinik Spezial. Nicht, weil ich davon ausgehe, bald wieder in einer Klinik zu landen, sondern weil ich denke, dass auch ich eine Wahl haben sollte, wie ich mich im Krankenhaus behandeln lassen möchte.

Doch ich wurde abgelehnt. Einmal Krebs – zwar seit sieben Jahren gesund – trotzdem immer Krebspatientin! ABGESTEMPFELT! Meine Vergangenheit bleibt meine Gegenwart. Und das macht mich richtig wütend! Weiterlesen