Die Zeichen stehen auf Abschied

Eigentlich hatte er bereits im Sommer begonnen: der leise Abschied von meinem Leben – so wie ich es kannte seit meiner Brustkrebsdiagnose. Ich war mit meiner Familie im Urlaub und auf dem Weg zu unserem Hochzeitsleuchtturm in Westerhever. Dorthin, wo es begann: das Leben nach dem Brustkrebs. Eigentlich sollte es nur ein netter Urlaubsausflug zum Leuchtturm werden. In einigen Tagen hätten mein Mann und ich unseren fünften Hochzeitstag. Mit Sohn und Oma machten wir uns also auf den Weg über den Deich. Fest entschlossen, nach zweieinhalb Kilometern lockeren Fussmarsches durch das Deichvorland wieder unserem alten Vertrauten, dem Leuchtturm Westerhever, Hallo zu sagen.

Red & Welly, meine roten Gummistiefel, hatte ich ganz bewusst zu Hause gelassen. Regen war nicht angesagt und die Sonne blitzte so manches Mal durch die löchrige Wolkendecke. Für den Fussmarsch hatte ich meine ebenso roten, aber sehr viel luftigeren Sneakers angezogen. So konnte ich leichten Schrittes durch die Deichwiesen schlendern, dachte ich.

Doch der Marsch zum Leuchtfeuer wurde nicht so unbeschwert, wie ich es mir vorgestellt hatte. Weiterlesen

Alles auf Anfang

Ich hatte es wirklich geschafft auf den Leuchtturm zu kommen, hatte all meine Kraft und meinen Lebenswillen in die vergangenen Monate gesteckt, um dieses Ziel zu erreichen. Nicht nur das Ziel, nach neun Jahren Beziehung endlich „Ja“ zu meiner besseren Hälfte sagen zu können, sondern auch das Versprechen einzulösen, bis zu diesem Tag wieder gesund zu sein.

Knapp ein Jahr war es her, dass die K-Diagnose mein ganzes Leben verändert hatte. Nicht nur, weil dieser eine Moment  meine gesamten Vorhaben und Pläne komplett infrage gestellt, sondern auch meine gesamten Hochzeitsplanungen über den Haufen geworfen hatte. Weiterlesen