Gipfelstürmer

Zugegeben – ich bin kein grosser Berg-Fan. Daran konnten auch 10 Jahre Leben in der Schweiz mit dem beeindruckenden Alpenpanorama direkt vor der Nase nichts ändern. Meine Norddeutsche Seele schreit immer wieder nach dem freien Blick auf den Horizont, der durch nichts unterbrochen wird, ausser von einem Schiff, einem Leuchtturm oder einer Möwe. Und wenn irgendwo eine Bergspitze mit einer Seilbahn zu erreichen ist, weiss ich, welchen Weg ich wähle ;-).

Doch bei einer Aktion wäre ich in meiner aktiven Brustkrebszeit fast zum GIPFELSTÜRMER geworden: bei der Initiative SPIRIT of SOLIDARITY. Ein Event, bei dem 100 betroffene Frauen gemeinsam den 4163-Meter-Gipfel des Breithorns (Zermatt / Schweiz) erklimmen. Weiterlesen

Mutmacher

„Wer (oder was) hat dir während der Brustkrebs-Therapie Mut gemacht, wenn es dir wirklich schlecht ging?“

Mit dieser Frage wurde ich von Amoena zu einer Blogparade eingeladen, um Frauen mit Brustkrebs Mut zu machen. Ich muss gestehen, ich musste eine Zeit lang darüber nachdenken. Es gab ja so viele liebe Menschen, die mir in dieser Zeit gut zugeredet haben. Allen voran mein Mann, der mich in Zeiten der Erschöpfung wieder aufgestellt hat. Aber auch viele Freunde und Familienmitglieder, die sich immer wieder nach meinem Befinden erkundigt hatten.

Ich erinnere mich an einen Tag im Dezember. Ein Tag, an dem der Schrecken der ersten Chemotherapie bereits verflogen war. Ich hatte mir grad eine flotte Kurzhaarfrisur schneiden lassen, um auf den bevorstehenden Haarausfall vielleicht etwas vorbereitet zu sein. Mein Mann – damals noch Verlobter – überraschte mich mit der Aussage: „Komm, pack dich zusammen. Ich habe ein Auto gemietet für eine Überraschung.“ Weiterlesen

Und zum Abschied sag ich leise…

Liebe Freundin

Fast auf den Tag genau 30 Jahre ist es nun her, seitdem du dich von dieser Welt verabschiedet hast. Der Tag war genauso sonnig, wie der Heutige. Die Luft war angenehm warm, die Bäume und Sträucher hatten bereits ausgeschlagen. Keine Wolke konnte den azurblauen Himmel trüben. Wie viele andere Tage meiner Kindheit, war es zuerst ein guter Tag für mich. Doch ein Blick über den Gartenzaun sollte auf einmal alles ändern. Es war der Tag, an dem der Krebs dir das Leben nahm und so auch in mein Leben trat. Weiterlesen

In aller Freundschaft

Ich kann mich wirklich glücklich schätzen. Als ich von meiner Krebserkrankung erfuhr, hatte ich mich entschieden, ganz offen in meinem Freundes- und Familienkreis mit diesem Thema umzugehen. Vielen Leuten habe ich die Schocknachricht selbst überbracht. Jeder konnte mich dazu befragen, wenn er es wollte, oder es sein lassen, wenn er es nicht wollte. Und sie waren alle da, meine Freunde, meine Familie. Die Anteilnahme, kleinen und grossen Gesten, die aufmunternden Worte haben mich am Anfang überrascht, überwältigt und getröstet. Die offene Kommunikation mit meinem Umfeld war zugleich ein wichtiger Anker, der mich am und im Leben gehalten und verhindert hat, dass ich ungebremst in die Tiefen von Angst, Krankheit und Therapiemüdigkeit gerauscht bin. Weiterlesen