Zeit für Veränderung

Es hat sich viel verändert in den letzten Jahren seit der Krebsdiagnose. Oder vielleicht sollte ich sagen: es hat sich viel in mir verändert. Und auch wenn ich immer etwas Angst vor Veränderungen habe, so empfinde ich doch den Wandel, den mein Leben durchgemacht hat, zum grossen Teil als sehr bereichernd.

Die Verarbeitung einer Krebserfahrung ist doch noch einmal eine ganz andere Zeit als der Kampf gegen diesen ungeliebten Gegner selbst. Die äusserliche Schlacht wird mehr und mehr zu einer Auseinandersetzung im Inneren. Und die Menschen, die dich vielleicht so vorbehaltlos auf dem offenen Schlachtfeld unterstützt haben, folgen dir nicht automatisch, wenn hinter teils verschlossenen Türen über Sieg und Niederlage verhandelt wird. Weiterlesen

Camping des Alltags

Die Rückkehr war so schwer wie nie. Aus dem Urlaub in den Alltag. Schon am Stockholmer Flughafen fing es an: Menschenmassen, verspäteter Flug und ein Meer aus Smartphones und Tablets soweit das Auge reicht. Ein Kontrastprogramm zur Reduziertheit der letzten Wochen in unserem Camper. Die Überforderung war vorprogrammiert. Doch so leicht wollte ich mich noch nicht geschlagen geben. Weiterlesen

In aller Freundschaft

Ich kann mich wirklich glücklich schätzen. Als ich von meiner Krebserkrankung erfuhr, hatte ich mich entschieden, ganz offen in meinem Freundes- und Familienkreis mit diesem Thema umzugehen. Vielen Leuten habe ich die Schocknachricht selbst überbracht. Jeder konnte mich dazu befragen, wenn er es wollte, oder es sein lassen, wenn er es nicht wollte. Und sie waren alle da, meine Freunde, meine Familie. Die Anteilnahme, kleinen und grossen Gesten, die aufmunternden Worte haben mich am Anfang überrascht, überwältigt und getröstet. Die offene Kommunikation mit meinem Umfeld war zugleich ein wichtiger Anker, der mich am und im Leben gehalten und verhindert hat, dass ich ungebremst in die Tiefen von Angst, Krankheit und Therapiemüdigkeit gerauscht bin. Weiterlesen