Also, ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber aus meiner Sicht macht der November seinem Ruf als Monat des Loslassens und des Abschieds alle Ehre. In den vergangenen Wochen habe ich leider mehr Karten für Beerdigungen, als für Geburtstage geschrieben und musste mich für meinen Geschmack von zu vielen Beziehungen und liebgewonnenen Gewohnheiten verabschieden. Ähnlich wie die Bäume muss auch ich momentan viele „Blätter“ loslassen.
Wind of Change: Der Wind des Wandels fegt aktuell durch mein Leben und lässt viele Äste meines Lebens irgendwie kahl zurück. Auch mein Buchprojekt kriegt nun endlich Flügel und landet hoffentlich mit ein wenig Rückenwind bei einer passenden Agentur und einem Verlag. Meine langjährige Festanstellung in der Unternehmenskommunikation habe ich selbst losgelassen und plane aktuell voller Eifer meine Selbstständigkeit als Kommunikationstrainerin und Coach. Wie aufregend! Wenn sich etwas aus dem Leben verabschiedet, entsteht auch automatisch Platz für etwas Neues! Neue Ideen und Möglichkeiten, die ich ergreifen und für mich prüfen kann. Die Freiheit, die in dieser Entscheidung liegt, genieße ich gerade sehr.
Doch jeder Abschied, jede Veränderung, jeder menschliche Verlust hat mich in den letzten Wochen emotional extrem durchgeschüttelt und mich mein Leben und meine Ziele wieder von Grund auf hinterfragen lassen.
Zuviele Frauen in meinem Umfeld sind in den letzten Wochen leider ihrer Krebserkrankung erlegen. Die Endlichkeit des Lebens, die in diesen Fällen definitiv immer zu früh kam, rückt meinen eigenen Alltag für einen Moment immer in ein neues Licht.
Nutze ich die Zeit in meinem Sinne, oder lasse ich sie eher automatisch an mir vorüberziehen?
Gleichzeitig geht es auch an mir nicht spurlos vorbei, dass der Wind um mich herum momentan ein wenig rauer wird. Nicht nur in der Natur, sondern auch in Politik und Gesellschaft. Und spätestens beim Blick auf die tägliche Nachrichtenlage frage ich mich in Bezug auf meine Zukunftspläne immer öfter:
Macht das alles überhaupt Sinn?
Die Frage nach dem Sinn ist seit meiner Brustkrebserkrankung eine ständige Begleiterin. Mit dem Bewusstsein meiner begrenzten Zeit auf dieser Erde habe ich in den letzten zehn Jahren alle Lebensbereiche durch diese Frage auf links gedreht und immer wieder auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft.
Die Fragen:
Warum tue ich das, was ich tue?
und
Warum entscheide ich so, wie ich entscheide?
waren dabei immer wie eine Kompassnadel, die mir gezeigt hat, in welche Richtung ich schauen musste, um auf die Antworten zu kommen. Und spätestens seit meiner Ausbildung zum Life Trust Coach habe ich für mich erfahren, was meinem Leben seinen tieferen Sinn gibt:
Frieden und Freude
All die Dinge, die ich tagein, tagaus tue, dürfen mir in erster Linie einmal Freude machen und darüber hinaus dazu beitragen, den Frieden in mir und um mich herum zu stärken. So leicht, so schwer. Doch auf diese Pole habe ich meinen Alltag Stück für Stück ausgerichtet und kann sagen, dass – trotz aller Unsicherheiten, Veränderungen und Abschiede – mein Leben sich noch nie so sinnvoll angefühlt hat, wie aktuell.
Mit meinem Buch erfülle ich mir die Freude am Schreiben. Und mein tiefes „Warum“ hinter diesem Projekt ist die Intention, dem Tabuthema Krebs das Schweigen zu nehmen und Worte zu geben. Und auch meine geplante Selbstständigkeit erfüllt mich mit großer Freude, denn mit der Gewaltfreien Kommunikation, die ich für ich erlernt habe, habe ich eine Methode gefunden, die mich mit meiner eigenen Sprache des Herzens tief verbunden hat. Eine Sprache, die Frieden in mir schafft, und die ich nach außen weitergeben möchte. Es ist eine Kommunikationsform, die ich als Trainerin besonders im Gesundheitsbereich weitergeben möchte. Zum Wohl der Menschen, die dort arbeiten und derer, die dort behandelt werden.
Die Worte, die wir an uns selbst und an andere richten, hat so eine enorme Kraft. Unsere Kommunikation kann stärken, oder schwächen. Sie kann verbinden, oder trennen. Sie kann Fenster öffnen, oder Mauern bauen, wie Marshall B. Rosenberg, der Begründer der Gewaltfreien Kommunikation einmal sagte. Wie wir mit den eigenen Worten unsere persönliche Welt und die um uns herum gestalten können, hat mich schon immer fasziniert. Und der Sinn meiner Arbeit als Kommunikationsexpertin besteht darin, dort zu unterstützen, wo Fenster geöffnet und menschliche Verbindungen zu einem freundlichen und friedlichen Miteinander geknüpft werden. Besonders, wenn es die Krankheit Krebs betrifft.
Ist dieser Weg – raus aus der Festanstellung, rein in die Selbstständigkeit – aktuell sicher? Wahrscheinlich nein!
Fühlt sich der Weg immer leicht an? Definitiv nicht!
Aber macht der Weg, auf dem ich momentan meinen Alltag beschreite, Sinn? Ein klares „JA!“
Was denkst du über den Sinn des Lebens? Kennst du deinen? Schreib es mir gern in die Kommentare.