Ein Baum für die Gesundheit

Eigentlich habe ich es nie so geplant, aber ich habe es mir zur guten Gewohnheit gemacht, meinen Tag der Krebsdiagnose jedes Jahr mit einem kleinen Ritual, einer kleinen Geste zu feiern. Nicht, weil der Brustkrebs so ein wunderbares Ereignis in meinem Leben war, sondern weil ich es seit meinem Tag X geschafft habe, zu überleben. Oder besser gesagt – WIEDER ZU LEBEN!

Während viele meiner Freundinnen in diesem Jahr bei ihren „40 aber fabelhaft“-Geburtstagspartys eine Krise nach der nächsten schieben, mache ich an diesem meinem Diagnose-Tag im November Luftsprünge, weil ich es wieder ein Jahr voller Gesundheit geschafft habe.

Gestatten: mein Name ist Susanne und ich bin 8 Jahre alt!

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Diagnose Day

Fast hätte ich ihn nicht bemerkt. Meinen Tag der Brustkrebs-Diagnose. So alltäglich ist mein Alltag wieder geworden. Erst als ich meinen Sohn vor seine Grössenmesslatte stellte und neben den „Laufenden Meter“ das heutige Datum schrieb, fiel es mir auf. Ein bisschen Trauer, dass ich ihn nicht früher wahrgenommen hatte. Ein bisschen sehr viel mehr Freude darüber, dass ich bereits zum 7. Mal meinen persönlichen zweiten Geburtstag feiern kann.

Und ich habe ihn zelebriert. Im Stillen. Für mich. Die Freude über die Umarmungen von meinem Sohn war heute noch grösser. Die Zufriedenheit in mir… unbeschreiblich. Die Dankbarkeit für mein Leben… kaum in Worte zu fassen. Und so habe ich doch noch angestossen. Mit meinem Mann, der trotz 1’000 km räumlicher Distanz und Wein per Videotelefonie so tief in meinem Herzen ist. Mit meiner Mutter, die auf einmal in der Wohnung unter mir wieder ganz nah in meinem Alltag ist. Und mit mir selbst. Im Inneren. In Dankbarkeit darüber, dass der Schmerz, die Hilflosigkeit und die Ohnmacht dieses Tages nur noch Mahnmal und Erinnerungen sind.

Ich geniesse den Wein und leere das Glas, denn heute ist ein guter Tag. Einfach, weil ich leben darf. Santé!

ICH BIN DA UND LEBE

„Glaubst du nicht auch, dass der Brustkrebs bei dir nur ein Ausrutscher gewesen ist?“, hatte mich mein Mann vor einigen Tagen gefragt.

„Keine Ahnung. Ich wünsche es mir“, hatte ich geantwortet.

Wunsch oder Wirklichkeit. Heute ist es egal. Denn ich habe etwas zu feiern. HEUTE. An diesem unerwartet sonnigen 22. Novembertag. ICH BIN DA UND LEBE! Auf den Tag genau 5 Jahre nach meiner Brustkrebs-Diagnose. Five-Years-Progression-Free-Survival wird es im onkologischen Fachjargon genannt. Das ist der Grund, warum ich heute mit meinem Sohn 5 blaue Luftballons aufgeblasen habe. Das ist der Grund, warum ich heute leise mit meinem Mann mit Champagner anstossen werde. ICH BIN DA UND LEBE. Punkt.

Vor einigen Jahren hätte ich damit als vom Brustkrebs geheilt gegolten. Mittlerweile haben die Mediziner diese Prognose bei Brustkrebs auf 10 Jahre krebsfreies Leben erweitert. Egal. ICH BIN DA UND LEBE. Weiterlesen

Zeit für Veränderung

Es hat sich viel verändert in den letzten Jahren seit der Krebsdiagnose. Oder vielleicht sollte ich sagen: es hat sich viel in mir verändert. Und auch wenn ich immer etwas Angst vor Veränderungen habe, so empfinde ich doch den Wandel, den mein Leben durchgemacht hat, zum grossen Teil als sehr bereichernd.

Die Verarbeitung einer Krebserfahrung ist doch noch einmal eine ganz andere Zeit als der Kampf gegen diesen ungeliebten Gegner selbst. Die äusserliche Schlacht wird mehr und mehr zu einer Auseinandersetzung im Inneren. Und die Menschen, die dich vielleicht so vorbehaltlos auf dem offenen Schlachtfeld unterstützt haben, folgen dir nicht automatisch, wenn hinter teils verschlossenen Türen über Sieg und Niederlage verhandelt wird. Weiterlesen