‚Du oder ich‘ oder ‚Ich und Du‘

Wochen, ja Monate habe ich mich damit auseinandergesetzt, ob ich sie nach meiner Brustkrebserkrankung meistern kann – meine Stillaufgabe.

Viele unterschiedliche Meinungen, Einschätzungen und Ratschläge habe ich mir geholt, obwohl ich das Thema doch eigentlich zuerst nur auf mich zukommen lassen wollte. Aber ich habe das Gefühl, dass ich mich mit diesem Thema auseinandersetzen muss bevor das neue Leben seinen Anspruch auf Nahrung ausserhalb der Nabelschnur erhebt. Ich habe das Gefühl, meine Möglichkeiten und Grenzen kennen zu müssen, um entsprechend reagieren zu können, wenn im Spital die Nachfragen kommen, wie ich es denn nun halten möchte mit den Stillen. Doch je mehr Ratschläge zum diesem Thema in den vergangenen Monaten kamen, desto weniger wusste ich, wie ich selbst dazu stehen sollte. Und eigentlich hatte ich bereits beschlossen, den Moment des Stillens einfach auf mich zukommen zu lassen. Weiterlesen

Hey

Wer kennt ihn nicht: den Druck, den das eigene Leben manchmal auf einen ausüben kann. Die Erwartungen, dass der eigene Alltag doch bitte immer vorherplanbar und kalkulierbar bleibt. Die Hoffnung, dass man das eigene Leben immer unter Kontrolle hat. Manchmal ist es der Druck vom sozialen Umfeld, von der Gesellschaft, dem wir uns nicht entziehen können. Doch der eigentlich Feind liegt doch im eigenen Bett: die eigenen Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche, die wir uns selbst auferlegen.

Als mein Leben mit der Brustkrebs-Diagnose aus den Fugen geraten ist, hatte ich oft grosse Mühe zu akzeptieren, dass mein Leben fortan nicht mehr so verlaufen würde, wie ich es geplant hatte. Weiterlesen

Ihr Kinderlein kommet…

Es ist wirklich kein leichtes Thema: die Kinderfrage bei Frauen in den 30ern. Mit oder ohne Krebsvorgeschichte. Die Frage nach dem Kinderwunsch bietet – im falschen Moment gestellt – immer wieder Zündstoff zwischen Partnern, Freunden und in Familien. Kommt dann noch der Krebs Anfang 30 dazu, ist das Chaos perfekt.

Das Gefühl vor drei Jahren ist mir heute noch genauso präsent, wie damals.

„Es ist wirklich Brustkrebs.“

Dieser Satz meiner Frauenärztin sorgte in einem einzigen kurzen Moment dafür, dass mir mit einem Knall all meine Familien- und Kinderpläne wie feinster Saharastaub durch meine Finger rieselten. Weiterlesen

Der Weg ist das Ziel

Gut ein Jahr ist nun her, dass ich aus der Therapie als „gesund“ entlassen wurde. „Du musst jetzt erst einmal schauen, dass du wieder gesund wirst“, haben mir die Leute gesagt, als ich sie mit meiner Krankheit konfrontiert habe. Klar doch, habe ich mir gedacht. Auch wenn mir bewusst war, wo diese Krankheit enden kann, so habe ich doch keinen Moment daran gezweifelt, dass ich es schaffen würde mir das wiederzuholen, was bis anhin so selbstverständlich für mich war: meine Gesundheit. Das einzige und wichtigste Ziel, dass man sich bei einer K-Diagnose setzt, habe ich erreicht; diesen Leuchtturm erfolgreich bestiegen. Und was kommt danach? Weiterlesen