Raum in mir

Irgendwie habe ich es verloren und bis jetzt noch nicht wiedergefunden – das Vertrauen in meinen Körper. Dieses sichere Gefühl, dass er alle Strapazen aushält, die ich ihm zufüge. Mein Körper wird es schon richten, dachte ich mir immer in meinem jugendlichen Leichtsinn. Das Zuwenig an Schlaf, das Zuviel an Stress und Arbeit, das Zuwenig an Ausgeglichenheit in meinem Leben. Mein Körper ist ja belastbar. Meine Gesundheit war für mich eigentlich selbstverständlich. Warum auch nicht?!

Sie war es nicht – das hat mir der Krebs gezeigt. Was schlussendlich meine Zellen aus dem Gleichgewicht gebracht hat, werde ich nie wissen. Und so sitze ich hier und muss mich wohl einfach mit der Antwort zufrieden geben, dass ich einfach mal Pech hatte. An manchen Tagen macht es mich wahnsinnig – dieses Gefühl von Machtlosigkeit gegen einen potentiellen Rückfall.

Ein Weg, um mit der Krankheit und all den negativen Gedanken fertig zu werden, sind meine wöchentlichen Yoga-Stunden.
Mich beruhigt der Gedanke, dass ich meiner Gesundheit in dieser Zeit etwas Gutes tue und auf eine ganz ausgeglichene Weise mit meinem Körper in Kontakt trete.

Vor kurzem hatte die Lehrerin bei der Schlussentspannung ein Lied gespielt, welches mich so sehr berührt hat, dass es mir schier die Tränen in die Augen getrieben hat. Denn der Text drückt genau das aus, was ich seit meiner Diagnose suche: Das Gefühl von Vertrauen – in mich, meinen Körper und meine Gesundheit. Jedes Mal, wenn ich es höre, wächst dieses Gefühl ein Stück mehr, denn der Raum für Zuversicht und Hoffnung wird Tag für Tag etwas grösser.

Das Lied ist so wunderschön, dass es für mich Grund genug ist, es mit euch zu teilen. Eine Hörprobe von „Raum in mir“ von Dania König findet ihr unter diesem Link: Dania König, Raum in mir

RAUM IN MIR

„Ich weiss es, da gibt es einen Raum in mir.

Der ist heilig, der schützt mich, der gehört nur mir.

All die Stimmen verstummen, keiner zerrt an mir.

Denn nur ich hab hier Eintritt und begegne mir.

Ich werde still und nichts ist mehr da, was ich will, weil ich nur noch fühl.

Ich fühl es, da gibt es diesen Raum in mir.

Da ist Frieden und Gnade, da ist Gott in mir.

Keiner wertet, verurteilt, nichts verletzt mich mehr.

Hier ist Würde und Achtung und Liebe zu mir.

Ich werde still und nichts ist mehr da, was ich will, weil ich nur noch fühl.

Hier bin ich heil, hier bin ich rein, hier bin ich frei.

Schweres wird leicht, Hartes wird weich.

Ich werde reich beschenkt, gelenkt, mitten im Leben. Mitten in mir und mitten Gott in dir.

Ich ahne, dass in diesem Raum in mir

Gott mir zeigt, wie er mich schuf, und was er meint mit mir.

Ich berge mich in Stärke, die mir niemand nehmen kann.

Hier fängt Gott mit mir jeden Tag von vorne an.

Ich werde still und nichts ist mehr da, was ich will, weil ich nur noch fühl.

Hier bin ich heil, hier bin ich rein, hier bin ich frei.

Schweres wird leicht, Hartes wird weich.

Ich werde reich beschenkt, gelenkt, mitten im Leben. Mitten in mir und mitten Gott in dir.

Und wenn aus meinem Raum wieder geh,

dann weiss ich ganz genau, wo ich steh.

Und ich kann wieder geben, mitten im Leben.

Denn ich bin heil, denn ich bin rein, ich bin frei.

Schweres wird leicht, Hartes wird weich.

Ich werde reich beschenkt, gelenkt, mitten im Leben. Mitten in mir und mitten Gott in dir.

Ich weiss es, du bist in diesem Raum in mir.“

Dann mach ich mich mal weiter auf die Suche…

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