Rede darüber

„Soll ich, oder soll ich nicht?“, hatte ich meinen Mann gefragt, nachdem er sich prüfend die Videos angeschaut hatte.

„Klar, warum nicht? Es kann bestimmt der einen oder anderen Betroffenen helfen“, hatte er geantwortet.

REDE DARÜBER, hatte es in mir gerufen, als ich die Einladungs-Mail zum ThemenTalk von Cancer Unites erhielt, etwas zum Thema Haarausfall bei einer Krebserkrankung zu berichten. Schreiben tue ich viel über Krebs. Seit vielen Jahren, wie man weiß. Aber reden… Nein, geredet habe ich eigentlich wenig über meine Erfahrungen, seitdem ich mich wieder in einem gesundeten Leben befinde. Vielleicht weil irgendwann die Fragen danach aufgehört haben. Deshalb habe ich wahrscheinlich auch mit dem bloggen angefangen, um meine Gedanken auf diesem Wege einen Ausweg aus meinem Kopf zu ermöglichen.

Reden. Das ist doch noch einmal eine andere Hausnummer, wie ich jedes Mal wieder merke, wenn ich einer neuen Person von meiner Erkrankung berichtet. Vielleicht, weil ich dann immer wieder die direkte Reaktion aushalten muss, was nicht immer leicht ist. Ein riesiger Kloß steckte mir im Hals, als ich einer meinen neuen Kolleginnen vor einiger Zeit vom Brustkrebs berichtete, weil auch dieser Teil eben zu mir und meiner Person gehört. Erstauen war in ihren Augen zu sehen und das gehört schon zu den positiven Reaktionen :-)

Nein, über meine Krebserfahrungen reden ist jedes Mal wieder eine neue Überwindung. Ein Video darüber für einen Youtube Kanal aufzunehmen schien mir lange Zeit undenkbar! Aber die Worte in meinem Kopf schrien immer lauter: REDE DARÜBER! Und so habe ich mich getraut in meinem stillen Kämmerlein. Vielleicht hilft es dem oder der einen oder anderen. Das ist meine Hoffnung und Motivation, weshalb ich mich getraut habe.

Und falls nicht, dann war es in jedem Fall für eines gut: ich habe darüber geredet!

2 Gedanken zu “Rede darüber

  1. annetteevamertens schreibt:

    Das mit dem Reden geht mir genauso, liebe Susanne! Die Menschen hören erschrocken zu, staunen, und trauen sich nicht, etwas dazu zu sagen. Manchmal sagen sie auch das falsche – aber wer weiß schon, was richtig ist. ich habe gelernt in der schlechtesten Zeit meiner Krankheit, dass die meisten mir hinterher gesagt haben:“Vielen Dank, dass Du so offen warst! Das hat es mir erleichtert!“ Deshalb spreche ich weiter darüber. Und finde die Aktivitäten von Cancer unites genauso, wie Du, sehr gut! Alles Gute für Dich, Annette

    • Red & Welly schreibt:

      Vielen Dank für deine netten Worte, liebe Annette. Ja, die Überwindung ist jedes Mal wieder groß, aber du hast vollkommen Recht damit, dass es uns alle weiterbringt und gegenseitiges Verständnis schafft. Vielen Dank für dein Feedback und alles Liebe! Susanne

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